Soz.Päd. Fanprojekte

(c) Andreas Schlichter

Fanprojekte sind sozialpädagogische Angebote der Jugendhilfe im Umfeld von Fußballvereinen. Als eine besondere Form der „Fanbetreuung im Rahmen von Sozialarbeit“ (NKSS) zeichnen Fanprojekte sich durch einen niedrigschwelligen sozialpädagogischen Zugang zu den Mitgliedern aktiver Fanszenen aus.(

Fanprojekte sind eigenständige Einrichtungen der Jugendhilfe, die zur Erhöhung ihrer Wirksamkeit eng mit den kommunalen Jugendhilfestrukturen vernetzt sind und unabhängig von den jeweiligen Fußballvereinen bei einem anerkannten Träger der Jugendhilfe, der Kommune oder einem eigenen Trägerverein eingerichtet werden. Zielgruppe sind alle Fußballfans zwischen 12 und 27 Jahren.

Zur Gewährleistung ihrer Struktur und der Qualität ihrer Arbeit orientiert sich die Fanprojektarbeit am„Nationalen Konzept Sport und Sicherheit“ (NKSS) und den dort vereinbarten strukturellen und inhaltlichen Qualitätskriterien.

Fanprojektarbeit wirkt präventiv und leistet Reflexionsarbeit mit jugendlichen Fußballanhängern. Ihr niedrigschwelliger und zugleich ganzheitlicher Handlungsansatz trägt dazu bei, das Selbstwertgefühl und die Verhaltenssicherheit von Jugendlichen zu stärken. Ziele sind u.a. der Abbau von extremistischen Orientierungen, von Vorurteilen und Feindbildern und von delinquentem Verhalten. In der Fanprojektarbeit werden gewaltfreie Konfliktlösungen entwickelt und Selbstregulierungsmechanismen der jugendlichen Fußballfans aktiviert mit dem Ziel des Abbaus von Gewalt. Die Unterstützung der jugendlichen Fans bei der Bewältigung ihrer Lebensaufgaben und die Stärkung ihrer Persönlichkeitsentwicklung stehen im Mittelpunkt der Arbeit.

Grundlagen für eine erfolgreiche Fanprojektarbeit sind die intensive Beziehungsarbeit zu den jungen Menschen und das hierdurch entstehende Vertrauensverhältnis. Sie wird verstärkt durch eine sportnahe Arbeitsweise, die sich an den unterschiedlichen regionalen Strukturen und Ressourcen orientiert.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der Fanprojekte sind als Streetworker*innen in der Lebenswelt der Jugendlichen aktiv. Dabei ist die Begleitung der jugendlichen Fußballfans zu sämtlichen Heim- und Auswärtsspielen eine wichtige Voraussetzung zum Aufbau einer belastbaren Beziehungsstruktur. Diese erst ermöglicht es den Fachkräften als kontinuierliche Ansprechpartner*innen und Vermittler*innen den Jugendlichen zur Seite zu stehen und Beratungs- und Konfrontationsgespräche zielgerichtet zu führen.

Begleitend wird eine Vielzahl von sozial-, kultur- und sportpädagogischen Maßnahmen und Methoden in der „Alltagsarbeit“ eingesetzt – etwa Organisation von Jugendbegegnungen, Vermittlung von Freizeitangeboten, Angebote zur Gewalt- und Suchtprävention oder zur Unterstützung bei der Selbstorganisation von Fußballanhängern. Die Handlungskonzepte der Fanprojektarbeit sind inklusiv ausgerichtet. Sie werden kontinuierlich mit dem Ziel fortentwickelt, alle jugendlichen Fußballfans vor Ort zu erreichen. Angebote der Jugendarbeit und Jugendbildungsarbeit werden dabei ebenso einbezogen wie individuell erforderliche andere Maßnahmen von Jugendhilfe und sozialer Arbeit (etwa Erziehungs-, Schuldner- oder Suchtberatungsstellen). Fanprojekte verstehen ihre Angebote als Bestandteil sozialräumlicher Netzwerkarbeit. Die jugendlichen Fans werden aktiv an der Planung und Umsetzung der Angebote beteiligt.

weitere Infos unter: www.awo-passgenau.de 

Fußball-Fanprojekte-Positionierung_20-08-2015